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TU Berlin

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Training Sessions

Train 1: Theorien und Methoden der Transformationsforschung

Um den Klimawandel zu stoppen, ist eine rasche Umstellung unseres gesamten Energiesystems notwendig. Beim deutschen Kohleausstiegs sehen wir, dass eine solche Transformation mit vielen Herausforderungen auf verschiedensten Ebenen verknüpft ist. In diesem Train geht es darum am Beispiel der sozial ökologischen Transformation von Energiesystemen ein tieferes Verständnis für Systeme und deren dynamischen Funktions- aber auch deren Veränderungslogik und Steuerungsmöglichkeiten (government) zu entwickeln. Dazu werden wir verschiedene Beispiele, Phasen und Hindernisse einer Systemtransformation betrachten.

Um auf einer gemeinsamen Grundlage diskutieren zu können beschäftigen wir uns zunächst mit den Implikationen einer sozial-ökologischen Transformation. Gemeinsam werden wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ analysieren und neu zusammensetzen. In einem zweiten Schritt werden den Teilnehmenden Theorien vorgestellt, die dabei helfen sozio-technologische Transformationen zu analysieren. Wir werden uns darauf konzentrieren Akteure, Narrative und Politiken zu identifizieren, die dabei eine zentrale Rolle spielen. Wie fließen diese Denkmodelle in aktuelle ökonomische Berechnungen und Analysen mit ein? Welches Verständnis von Nachhaltigkeit ist dabei dominant? Welche alternativen Ansätze gibt es? Bei der Beantwortung dieser Fragen werden wir u.a. Ansätze der Gender Studies und Konzepte wie „just transition“ oder „climate justice“ kennenlernen und in das Konzept der „Donut Ökonomie“ von Kate Raworth einbetten. Mit Hilfe dieser Ansätze werden wir in Kleingruppen die deutsche Energiewende analysieren und diskutieren, ob großtechnische Lösungen wie Atomkraft oder CO2-Abscheidung (wie beispielsweise Carbon Capture, Transport and Storage; CCTS) und Erneuerbare Energien in einem Energiesystem nebeneinander koexistieren können? Im letzten Teil des Trains beschäftigen wir uns mit Innovation und „Exnovation“ als Treiber für Transformationen.

 

Trainer:

Christian Hauenstein und Isabell Braunger (TU Berlin, DIW Berlin)

(angefragt) Timon Wehnert (Wuppertal Institut)

(angefragt) Niccolò Manych (MCC)

 

Train 2: Die Ökonomie der sozial-ökologische Transformation

Die in den Wirtschaftswissenschaften vorherrschende Theorie der Neoklassik bietet meist nur ein Modell an, wie die Wirtschaft hin zu einer Dekarbonisierung gelenkt werden kann: Umweltprobleme sollen eingepreist werden. Das macht umweltschädliche Produkte teuer und nachhaltige Alternativen gewinnen Marktanteile. Aber: was in der Theorie gut klingt, funktioniert in der Realität leider viel zu selten.

Eine andere Sichtweise auf das Verhältnis zwischen Ökonomie und Ökologie hat die ökologische Ökonomik, die leider in wirtschaftswissenschaftlichen Kurrikula unterrepräsentiert ist. Die Teilnehmenden des Trains haben die Gelegenheit diese Theorieschule intensiv kennenzulernen.

Im Gegensatz zur Neoklassik hat die Denkschule der ökologischen Ökonomik eine andere Herangehensweise an ökologische Krisen. Sie stellt die Ökologie in den Mittelpunkt jeder ökonomischen Betrachtung. Die Aufnahmefähigkeit von menschlich verursachter Verschmutzung (wie Treibhausgase, Übernutzung von Böden etc.) und die endlichen Ressourcen bilden die Begrenzung jedes Wirtschaftens.

Vor diesem Hintergrund scheint es naheliegend, dass ein unendliches Wachstum der weltweit jährlich produzierten Güter und Dienstleistungen (BIP) auf einem begrenzten Planeten nicht möglich ist. Neben einer Einführung in die ökologische Ökonomik wird die Frage, wie eine Postwachstumsökonomie aussehen kann im Train behandelt. Welche Auswirkungen hat eine Reduktion der Wirtschaftsleistung auf unsere Energiesysteme und andere wichtige gesellschaftliche Bereiche, wie die Beschäftigung oder das Gesundheitssystem? Welche Rolle spielt das aus der Physik stammende Entropiegesetz für die wirtschaftliche Produktionsweise?

Ein Teil des Trains wird sich mit dem Projekt MINE (Mapping the Interplay between Nature and Economy) beschäftigen. Das Website-Projekt gibt einen umfassenden Einblick in die Zusammenhänge zwischen Natur und Ökonomie. Einen Link zum Projekt, dass ab Anfang Februar veröffentlicht sein wird, finden Sie hier: www.nature-economy.com

 

Trainer:

Birte Strunk (ZOE Institute for future fit economies)

Malte Faber (Universität Heidelberg)

Reiner Manstetten

Marc Frick (Universität Heidelberg)

 

Train 3: Nachhaltigkeit, Frieden (SDG 16) und Atomkraft – Analyse nachhaltiger Entwicklungsziele

Dieser Train beschäftigt sich mit Hemmnissen von Transformationen im Energiesystem und zeigt auf welche komplexen Zusammenhänge bei der Analyse von Transformationen mitberücksichtigt werden müssen. Der Ausstieg aus der Atomkraft folgt keiner energiewirtschaftlichen Logik sondern anderen machtpolitischen Prinzipien.

Frieden (Sustainable Development Goal 16) ist eine notwendige Bedingung nachhaltiger Entwicklung, ist jedoch in der öffentlichen Diskussion unterrepräsentiert. Gleichzeitig ist die Atomkraft in den UN-Entwicklungszielen besonders stark vertreten, so ist die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in 8 von 17 SDGs vertreten.

Obwohl die Supermächte seit den 1990er Jahren ihre Atomwaffenbestände etwas reduziert haben, ist die Welt in das "zweite Atomzeitalter" eingetreten, in dem mindestens zehn Länder die Atombombe kontrollieren, darunter Indien, Pakistan, und Israel. Darüber hinaus befinden sich die meisten AKW-Neubauprojekte im Nahen Osten. Eine aktuelle Datendokumentation des DIW Berlin legt dar, dass die Atomkraft keinen wirtschaftlichen Überlegungen folgt, sondern im Zusammenhang mit „Wissenschaft und Krieg“ betrachtet werden muss. Deshalb ist es unerlässlich, die Verbreitung von Atomwaffen sowie die enge Verbindung zwischen Atomkraftwerken und Atomwaffen weiter zu erforschen. Aber nicht nur Atomwaffen, sondern auch "konventionelle" Atomkraftwerke stellen eine ernsthafte Bedrohung in Zeiten von Terrorismus und Cyberkrieg für den Frieden dar.

Der Mythos, dass Atomkraft kohlenstofffrei ist wirkt an. Obwohl eine Lebenszyklusanalyse zeigt, dass ein AKW CO2-Emissionen aufweist, die etwa denen eines modernen Gaskraftwerks entsprechen - ohne jedoch die Endlagerung radioaktiver Abfälle mit einzubeziehen. Trotzdem spielt die Atomenergie in den meisten Energieszenarien immer noch eine herausragende Rolle.

Im Train wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmenden Antworten auf dringende Fragen erarbeiten: Wie ist das Verhältnis von Frieden und Nachhaltigkeit? Welche Rolle spielt Atomkraft im Nachkriegszeitalter? Welche Rolle spielt Atomkraft in einem nachhaltigen Energiesystem? Welche Verbindung gibt es zwischen der Verbreitung von Atomkraftwerken und Atomwaffen? Wie sieht die Ökonomie der Rüstungswirtschaft aus?

 

Trainer:

(angefragt) Lutz Mez (PD Dr. habil, Dr. rer. pol. Freie Universität Berlin)

Ben Wealer (TU Berlin, DIW Berlin)

Alexander Tetsch

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